Ralf Gattner mit tollen Paraden: TEAM III mit Heimsieg

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Am 02.11.19 spielten: Team Esslingen 3  -  HSG Owen-Lenningen 4  Endergebnis: 30:26 nach 13:10 zur Halbzeit

Wir schreiben die 57. Minute und befinden uns am westlichen Rand der ehemaligen Freien Reichsstadt, als es (ES!) sich ereignete. Die Aussage eines Fußballers, dass Handball langweiliger ist als Fußball, da es sich immer erst in den letzten 3 Minuten entscheidet, trifft in unserem Fall nur halb zu. Gefährliches Halbwissen eines Fußballers halt, der auch aus einem 0:0-Spiel noch viel Positives mitnehmen kann. Nehmen wir zuerst das, was an dieser Fehleinschätzung nicht stimmt und geben ihm danach recht.

Es war kein schlechter Beginn unserer Truppe und trotzdem lagen wir nach 4 Minuten mit 1:3 zurück. So ist das halt im Sport. Vorne hast du kein Glück und hinten kommt Pech hinzu. Im Handball dreht sich das mitunter ganz schnell, weil mauern und Zeitspiel verboten ist und laufend etwas los ist. Einen Vorsprung verwalten geht nicht, und schon gar nicht, wenn man wie wir einen Schiedsrichter hat, der trotz seines jungen Alters sämtliche Tricks durchschaut, sowie gekonnt und souverän handelt und leitet. Beide Lager erkannten die Handschrift und Kompetenz von Yannik Taxis, und so setzte er den Maßstab für ein sportlich überdurchschnittliches Handballspiel, ohne Gemotze und Schauspielerei.
Beide Mannschaften bevorzugten das schnelle Spiel nach vorne, mit leichtem Vorteil für unsere Gäste, und waren sich zum Zurücklaufen nicht zu schade. Schöne Aktionen, Torwartparaden (hier hatten wir mit Ralf die Nase vorn) sowie fairer körperlicher Einsatz waren im Minutentakt zu sehen. Lediglich Leichtsinnsfehler, die dem Tempo geschuldet waren, und ein paar Dinge aus der Oberstufe, die über die Möglichkeiten der Akteure hinaus gingen und schief gelaufen sind, ließen auf ein niederklassiges Spiel schließen.

Bis dahin, 57 Minuten gute Handballunterhaltung, die keine Langeweile aufkommen ließ. Im Fußball wäre da bestimmt für einen Toilettengang und eine Rote Wurst Zeit gewesen, ohne dass man etwas verpasst hätte. Ein 4:0-Lauf brachte uns nach einem verwandelten 7m-Wurf unseres Oldies Mario mit 5:3 in Front. Die ständige Führung mit 1-3 Toren behielten wir bis zur 48. Minute. In den nächsten 9 Minuten zogen die Gäste 3 Mal vom Gleichstand auf Plus 1 vorbei. 48 + 9 ergibt 57. Bleiben da noch 3 auf 60. Und jetzt geben wir dem Fußballer im vollen Umfang Recht.
Sekunden zuvor endete eine Unterzahl der HSG, die wir nicht ausnutzen konnten. Im weiteren Spiel, 7:7, kam der Ball auf Linksaußen zu unserem Wirbelwind, dem Mathis. 2 Schritte nach innen, tippen, 3 schnelle Schritte nach außen, fast ein 0-Grad-Winkel, ein Sprung und dann folgte ein Strich von Wurf an den inneren Torwinkel und von da an ging der Ball zu unserem Glück ins Netz. Solch einen Wurf muss man sich erst einmal nehmen, muss man sich trauen, ist aber eigentlich verboten. Erst nach dem Torpfiff realisierten sein Gegenspieler und der Torwart was eigentlich geschehen ist. Von begreifen ist aber keine Rede. Das war der Wurf zum 26:26 und der Wendepunkt zum Sieg. Die zuschauenden Dettinger Spieler (Partner des Spiels gegen unsere Zweite) konnten es nicht fassen und applaudierten unserem Mathis beim Zurücklaufen, was dieser offensichtlich genoss und ihn zu einer weiteren Großtat inspirierte. Über eine konzentrierte Abwehrarbeit kamen wir zu 2 Ballgewinnen die zuerst, wiederum von Mathis, mit einem Alleingang übers ganze Feld (wie im Fußball ließ er 3 Gegenspieler wie Stangen stehen) und dann von seinem Gegenüber, dem Alessandro mit einem Gegenstoß, zur uneinholbaren 28:26 Führung verwertet wurden. Die Tore 29 durch Tobi Gehring und 30 von Alessandro waren dann das Sahnehäubchen oben drauf.Bei einer Niederlage, die durchaus möglich gewesen wäre, hätten wir unseren Jungs trotzdem ein gutes Zeugnis ausstellen müssen. Es war eine kämpferische Truppe, die nach dem späten Rückstand Moral bewiesen und sich nicht aufgegeben hat.
Ein kleiner Wehmutstropfen bleibt dennoch. Nicht alle Spieler konnten mit ihren Spielanteilen zufrieden gestellt werden, und einem, unserem Neuen, dem Lino Schwertfeger blieb nur die harte Ersatzbank. Der Grund: Auf einigen Positionen waren wir überbesetzt, dafür im Rückraum nur spärlich. Hinzu kam, dass ein Angriff/Abwehr-Wechsel nicht immer möglich war, obwohl es nötig gewesen wäre. Auch was das Zusammenspiel in Kleingruppen anging, mussten Kompromisse herhalten. Das kann allerdings behoben und korrigiert werden, wenn, ja wenn ein gemeinsames und regelmäßiges Training stattfindet.
Hier ist jeder gefragt und steht in der Mannschaftsverantwortung, was er seinem Team auch schuldig ist.

Als Team auf der Platte standen: Ralf, Moritz (3), Christos, Mario (2/2), Tino (2), Lars (4), Steffen (3), Mathias, Tobi G. (6), Marcel (1), Kosta (2), Lino, Alessandro (5) und Mathis (4).

Außer denen zeichneten sich am Schiedsgericht unser Jan Niklas und sein Partner, der Maxi Dobras aus, der sich als "Neulenninger" ein Vesper verdient hat. Und die beiden, die auch nicht gespielt haben, sondern als Hallendienst das Vesper und die Getränke im Erfrischungsraum (wie er so schön heißt) verkauft haben, der Maxi und der DoDo, haben ebenso einen guten Job gemacht. Bei unseren Zuschauern, unserer Fotografin (neues Mannschaftsbild bald auf der Homepage) und denen, die den Spieltag erst möglich gemacht haben, wollen wir uns bedanken.
Ach so, eines noch: Fußball ist auch klasse, ehrlich. Und die Aussage kam nicht von einem Fußballer aus dem Fanblock unserer Ersten. Ohne die wäre es nur halb so schön. Danke für Eure tolle Unterstützung und Fankultur. Da können die Handballer noch was dazu lernen. Hoffentlich.

f8

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