TSV Köngen 2 – Team Esslingen 25:21 (13:8)

TSV Köngen 2 – Team Esslingen Frauen 25:21 (13:8) vom 10.03.19

Ja, wer hätte das gedacht? Nein, nicht die Niederlage an sich, die liegt bei Tabellennachbarn immer im Bereich des Möglichen und ist der Tagesform geschuldet. Eher das Wie hat uns überrascht. Während wir, motiviert und siegesgewillt, bei stürmischem Wetter in Köngen zum Spiel antraten, sattelten die Hausdamen da noch einen drauf und schafften von Beginn an ein gereiztes Klima. Vom Sturmtief Eberhard ergriffen ging es von Anfang an ruppig zur Sache. Deren körperliche Überlegenheit in Zentimeter und Kilo wurde in die Waagschale geworfen, so dass sich unsere Damen erst einmal neu orientieren mussten, was hier eigentlich ab geht. Offensichtlich war es für die Grünen mehr als ein Mittelfeldspiel in der Bezirksklasse, vielleicht ein Prestigeduell, und sie wollten den Sieg auf Biegen und Brechen. An und für sich ja nichts Schlimmes für einen Wettkampf, wenn es im Rahmen bleibt. Der Rahmen, BK-Spiel der Damen um Platz 6-8, wurde von 4 Akteuren zeitweise gesprengt. Vielleicht waren wir auch einfach zu brav, zu harmlos, zu normal, zu anständig um mithalten zu können. Die Punkte für diese Eigenschaften haben wir gewonnen und sie zählen letztendlich mehr als das nackte Ergebnis. Unsere zahlreichen Anhänger die uns richtig gut unterstützt haben, auch als es nicht so gut lief, sahen es ähnlich. Zwar verloren, aber mit Kampf und Anstand, und deshalb gab es nach dem Spiel auch den verdienten Applaus für unsere Mädels. Für den sensationellen Fanblock hätten wir vielleicht noch einen “Diver” hinlegen sollen. Danke jedenfalls für Euer Kommen, trotz des unverschämten Eintrittspreises von 5 Euro für ein BK-Spiel der Frauen. Teuer bezahlen mussten wir auch einen der vielen Gesichtstreffer die wir bezogen haben. Während Marinas Kinn und Halsbereich und Ninas Nase den Härtetest einigermaßen glimpflich überstanden haben, gingen bei Vanessa O. die Nasenknochen zu Bruch. Eine OP ist unumgänglich und die Saison für sie damit gelaufen. Was für ein Zufall: 3 Nasenbeinbrüche in 4 Jahren und alle gegen Köngen. Gottes Wille, Schicksal – nur andere Wörter für Zufall? Wir wissen es nicht, deshalb lassen wir das und wünschen unserer Vanessa gute Besserung und eine erfolgreiche OP.

Gehen wir trotzdem noch ein wenig auf das Spiel ein, obwohl es nach einer solchen Verletzung zur Nebensache wird. Wie schon erwähnt ging es von Anfang an zur Sache, was auch immer das heißt. Nach 2 Minuten bereits 2 7m-Würfe für uns und beide versemmelt, wie man so schön sagt. Immerhin konnte Lari einen Abpraller im Tor versenken und Karina erhöhte wenig später auf 0:2. In den nächsten 5 Minuten war Köngen an der Reihe und zog mit einem 6:0-Lauf an uns vorbei. Spätestens jetzt war jedem klar, dass ein Sieg nur dann möglich ist, wenn wir die überragend haltende Anke im Tor von Köngen überwinden können. Mit unseren halblebigen und unvorbereiteten Würfen brauchten wir der gleich gar nicht zu kommen. Sie hielt uns bei 8 Toren bis zur Halbzeit und machte den Unterschied aus. Dabei musste sie nicht unbedingt unsere Würfe groß antizipieren. Sie waren einfach zu schwach geworfen. Mit ihrer Reaktionsschnelligkeit konnte sie die Bälle entschärfen. In der Abwehr waren wir zunächst mit der quirligen Mittespielerin überfordert, die uns mit Körpertäuschungen immer wieder vor Probleme stellte, teils selbst erfolgreich abschloss, teils ihre Halbspielerinnen gut in Szene setzte. So kam mal wieder die torgefährliche Ronja auf 5 Tore in 15 Minuten. Merke: Eine Halbrechte muss nicht immer eine Linkshänderin sein!

Alle diese Themen wurden in der Pause angesprochen, an unseren Kampfgeist appelliert und daran erinnert, dass wir schon 2 Mal in dieser Saison einen 5 Tore Rückstand wettgemacht haben. 2 Minuten später stand es nur noch 13:10 und wir waren in doppelter Überzahl. Die kann man allerdings besser spielen. Vorne versagt und hinten geschlafen. So gelang Köngen durch einen Alleingang von der halblinken auf die halbrechte Position ein Tor zum 14:10. Es blieb bis zur Verletzung von Vanessa in der 40. Minute beim Abstand von 3-4 Toren. Der Schock saß tief und lähmte die Aktionen unserer Mädels zusehens. Die Köngenerinnen zogen innerhalb von 10 Minuten auf uneinholbare 20:14 davon. Nach der längst überfälligen Disqualifikation der grünen Nr.8, die sich im Austeilen Bestnoten verdient hat, und einigen Paraden von Mery und Bifi konnten wir noch einmal auf 21:18 verkürzen. Mehr war gegen die überlegen agierenden TSV-Damen aber nicht möglich.

Fazit: Mit den vergebenen 7m Würfen hätte es gereicht, mit den besseren freien Würfen von Außen auch und mit weniger schlecht vorbereiteten Rückraumwürfen erst recht. Ärgern wir uns über uns selbst und auch ein wenig über die Spielerin die während des Spiels unseren Zuschauern einen lächerlichen Zusammenhang mit dem Freitagsspiel der beiden Männermannschaften unterstellt hat, über die jähzornigen Ellenbogenausschläge der Nr.6 und den unterirdischen Kommentaren der Offiziellen A und der Ersatztorfrau, während der Verletzungspause und nach dem Schlusspfiff. Die Nr.8, die wir schon erwähnt haben, nehmen wir auch noch als Ärgernis mit rein. Dem Rest gratulieren wir zum Sieg.

Den Kommentar eines heimischen Fans wollen wir nicht verschweigen: “Außerhalb des Spiels sind die eigentlich ganz nett”. Schade, dass wir es mit denen nur während des Spiels zu tun haben. Der erfahrene, umsichtig leitende souveräne Schiedsrichter in Neutralgelb sprach von einer aufgeheizten Atmosphäre in der Halle, die einen jungen Schiri üble Probleme bereitet hätten. Diese Einschätzung teilen wir. Das müssen wir alle beim nächsten Mal besser machen, einfach freundschaftlicher, im Sinne des Sports.

In rot/grün waren am Ball: Bifi, Annemarie (1), Karina (1), Vanessa O. (3), Marina, Lisa (1), Sarina (1), Steffi, Ana (4), Nici (5), Lari (4), Nina, Mery und Vanessa M. (1).

In Zivilkleidung gab unsere Skifahrerin Jana ihr Debüt am Kampfgericht.

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